Private Krankenversicherung

Das Thema private Krankenversicherung bestimmt immer wieder die Diskussion im Gesundheitswesen. Am liebsten möchten die Kritiker die private Krankenversicherung abschaffen und alle Bürger in der gesetzlichen Krankenver- sicherung pflichtversichern. Das Thema ist zugegebenermaßen schwierig. Wir leben schließlich in einer freien Marktwirtschaft, in der Pflichtmitgliedschaften in irgendwelchen Institutionen eher verpönt sind. Andererseits ist die Gesundheit eines jeden einzelnen ein Thema, das alle und jeden angeht und eine gewisse Solidarität erfordert. Letztlich lenkt die Diskussion aber auch von den Problemen ab, welch die Kostenstruktur gerade in den gesetzlichen Krankenversicherungen eigentlich bestimmen. Das Gesundheitswesen erweist sich als immer teurer, weil Pharma- industrie, Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeinstitutionen immer mehr Geld verlangen und Leistungen in einer finan- ziellen Größenordnung abrechnen, die nicht mehr unbedingt im Verhältnis zu Leistung stehen. Wenn man bedenkt, dass man Medikamente in Frankreich, 500 Meter hinter der Grenze nach Saarbrücken beispielsweise, um 50 bis 70 Prozent günstiger erwerben kann als hierzulande in Deutschland, dann kann etwas nicht stimmen. Es ist offensicht- lich, dass allein die Pharmaindustrie Preise diktiert, die unangemessen und teilweise vollkommen überteuert sind. Wenn selbst in Deutschland Apotheken in der Lage sind, Rabatte auf Medikamente zu gewähren, scheint sich dieser Eindruck zu bestätigen. Allein schon diese Umstände wirken sich auf die Kostenstruktur der Kassen dramatisch aus. Wenn dann argumentiert wird, das Gesundheitswesen sei nicht mehr bezahlbar und alle privat versicherten Bürger müssten in die gesetzlichen Krankenkassen integriert werden, wirkt dies heuchlerisch und verlogen. Wer wirklich etwas ändern möchte und mit dem Allgemeinwohl und der Solidarität der Menschen argumentiert, sollte an der Preisbildung für Medikamente ansetzen. Die Diskussion um die Gestaltung und Einbeziehung der privaten Kranken- versicherung in die gesetzliche Krankenversicherung würde sich dann wahrscheinlich erübrigen. Im Wege der Gesundheitsreform hat der Gesetzgeber gezeigt, dass die privaten Krankenkassen weiterhin Zukunft haben. Wer bisher gesetzlich versichert war, kann, wenn er seit einem Jahr mit seinem Bruttogehalt über der Jahresarbeitsentgelt- grenze liegt, in eine private Krankenkasse wechseln. Zuvor lag die Frist noch bei drei Jahren. Außerdem wurde die Verdienstgrenze auf 49.500 Euro abgesenkt. Viele weitere Informationen finden Sie auch hier.

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